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Zhengzhou

Gestern Nachmittag die Ankunft in Zhengzhou. Zum ersten Mal musste ich über AirBnb buchen, da sowohl couchsurfing nicht funktioniert hatte, als auch Hostels, günstige und mittelklassige Hotels per Gesetz nur Chinesen aufnehmen dürfen. Am Tag zuvor hatten mich meine Hostelkollegen in Luoyang dazu überreden wollen, noch ein paar Tage länger zu bleiben. Hätte ich doch mal zugestimmt... Ich war also auf dem weg zum Hostel in Zhengzhou. Auf Anfrage habe ich von meinem Gastgeber nur ein paar pampige Antworten bekommen - nach dem Motto: guck doch auf der Karte und ich sag dir schon noch alles. Mit dem Bus fuhr ich also etwa eine Stunde bevor ich ausstieg. Maps.me und AirBnb zeigten unterschiedliche routen an. Ich vertraute AirBnb und ging also etwa 20 Minuten zum vermeintlichen Apartment. Dort angekommen war ein sicherheitstor. Ich zeigte den Leuten die Adresse und den Screenshot von AirBnb. Fünf Leute sagten mir unabhängig, dass ich falsch sei. Sie wollten mich oft in unterschiedliche Richtungen schicken. Ich lief aufgrund der Empfehlungen wieder zurück und kam an der Bushaltestelle an. Man versicherte mir, hier sei die Adresse und ich sei richtig. Ein Gebäude stand hier aber nicht... Es war schon eine gute Stunde später. Ich hatte endlich jemanden gefunden, der bereit war mit meinem Gastgeber zu telefonieren. Dieser verstand kein Englisch, ich kein chinesisch, und in wechat hatte er meine kontaktanfrage seit ein paar Tagen ignoriert. Nach 4 oder 5 Telefonaten mit einem hilfsbereiten Einheimischen stand ich also wieder vor dem ersten ursprünglichen Gebäudekomplex. Ich war also umsonst gelaufen und direkt richtig gewesen... 

Er begleitete mich noch zur Wohnnung. Der Gebäudekomplex umfasste je 8 Units mit 6 Gebäuden mit je 35 Stockwerken und 10 Zimmern pro Stockwerk. Im Prinzip wie eine kleine Stadt. Deshalb gab es auch Sicherheitsschranken und eigene Supermärkte auf dem Komplex. Von der Sorte Gebäudekomplex gab es viele in Zhengzhou und Umgebung. Sowas hatte ich in der Intensität vorher noch nicht gesehen... Generell war die Bauwütigkeit hier höher als in allen Städten zuvor. War der Wohnungsbedarf hier wirklich so hoch? Durften deswegen die Ausländer nur in teuren hotels übernachten? Unterwegs sah ich noch viele dieser Komplexe ... Heruntergekommene, im Bau befindliche oder baufertige Hochhauskomplexe (je etwa 30 Hochhäuser) ohne irgendetwas sonstiges in der Nähe. Hunderte dieser Sieldlungen. Und unterhalb der Komplexe oft die slumartigen Unterkünfte - vermutlich der Arbeiter...

Zurück zur Unterkunft. Wir standen also vor der Wohnung. Der Schlüssel sollte an der Tür bereit liegen. Tatsächlich lagen dort zwei Schlüssel. Beide passten nicht. Es war draußen schon dunkel. Nach einigen Telefonaten mit dem Besitzer kam sein Hilfsarbeiter und versuchte es. Vergeblich. Mein Helfer verabschiedete sich. Dann gingen wir runter und ich sollte warten, bis der Hilfsarbeiter den Schlüssel für ein Ersatzzimmer gefunden hatte. Nach 20 Minuten schrieb ich ihm, ob alles okay sei oder ob es ein Problem gebe. Ich bekam vom Vermieter die Nachricht ich solle mir ein hotel suchen und er würde sich tags drauf gegen Abend drum kümmern. Also sah ich mich um... Mir wurde ein paar Mal die Unterkunft verwehrt - mit Verweis auf die lokalen Gesetze. In Kaifeng (meiner alternativen Route) ist es übrigens identisch. Ich hatte mich auch nach Zügen/Flügen nach Guangzhou und luoyang für den Abend bzw die nächsten Tage umgesehen. Keine Chance, national Week. Ich muss also bei meiner Verbindung Montagmorgen ab Zhengzhou bleiben... Schließlich fand ich ein nobles Hotel, bei dem ich das günstigste Zimmer nahm (60€) inkl. chinesischem Buffet. Müde fiel ich ins Bett. So ein Mist... 

Ich versuchte das beste draus zu machen und kein Risiko zu gehen: Ausschlafen, ausgiebiges Frühstück, ein bisschen rumlaufen, einen freizeitpark und die Stadt ansehen. Ein entspannter Tage in einer durchschnittsstadt: es gab kaum Kultur zu sehen und nichts zu Wandern. Quasi Erholung. Die Menschen im Freizeit-Alltag beobachten... Der Smog nervte mich allerdings...

Die Fahnen Chinas und Statuen Maos schienen in Zhengzhou eine wichtige Rolle zu spielen. Es gab hier auch viel mehr alte und (unter-)durchschnittliche Autos. Die essenspreise waren auch niedriger. Ich war auch anscheinend der einzige Westler hier... Vermutlich wegen der Unterkunft-Einschränkung und weil es hier tatsächlich nicht viel zu sehen gab.

Jetzt befinde ich mich wieder auf dem Weg nach Luoyang für einen kurzaufenthalt. Das Risiko in Zhengzhou mit 2 weiteren nächten in teuren hotels wollte ich nicht eingehen... In 48 Stunden bin ich dann wieder in Guangzhou.