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Wann geht's denn nun endlich mal los?

Ursprünglich wollte ich letzten Montagmorgen um halb 9 im Zug nach Changsha mit Anschluss Zhangjiajie sitzen. Carla ist seit Montag in Zhangjiajie, Alex seit heute in Changsha. Wo bin ich? Zu Hause natürlich. Warum? Die Geschichte kommt gleich...

Zunächst was gibt es wieder Positives zu berichten? Ich persönlich finde die Sicherheitskontrollen mit dem Röntgen-Gerät in der Metro absolut nicht störend und man verliert so gut wie keine Zeit. Bei einer großen Stadt wie Guangzhou finde ich das weder verkehrt noch schlimm. Was gibt's sonst noch? Die Straßen und Gehwege sind in unserem Stadtbereich sehr sauber, die zahlreichen Autos (und vor allem die vielen verschiedenen Marken) sind bewundernswert und ebenfalls in einem sehr guten Zustand. An die geräuschlosen Elektroroller / Elektrofahrräder gewöhnt ma sich auch recht schnell - ich finde die Low-Budget-Elektrofahrrad-Variante zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes eine gute Lösung (es gibt keine Motorräder oder sonstige Zweiräder mit Abgasen) - für ein normales Elektro-Fahrrad/Roller zahlt man sicher nicht mehr als umgerechnet 50€.

Ansonsteeeeen funktioniert der Laptop nach 3 Tagen Reparatur endlich wieder.

Die Route in China inkl. Unterkünfte und Zügen stehen (Samstag geht es los nach Nanjing) - einfach einsteigen und losfahren geht wie bereits erwähnt leider nicht, zumal bald Holiday Week ist und viele Züge in 2-3 Wochen schon ausgebucht sind (ähnliches gilt für Unterkünfte).

Also warum bin ich noch nicht los? Hauptsächlich, da ich mir vor einer guten Woche eine Mandelentzündung zugezogen habe. Dadurch kam ich in den Genuss des exquisiten Shinxai-Krankenhauses nahe der Universität und dadurch zu vielen kleinen Kurzgeschichten. Ein kleiner Ausschnitt: Mit Carla's Buddy Carina (sie ist wirklich Gold wert) konnten wir vor 5 Tagen kurz vor Mittagspause noch eine kurze Behandlung beim Arzt aushandeln - sonst hätte ich 2 Stunden warten können. So ging es jedoch nach der Untersuchung ohne Umwege zur Infusion. Nach der ersten Infusion wurde es besser. An Tag 2 war ich etwas übermütig und habe bereits zu viel geredet. Das sollte sich an Tag 3 rächen, als eine allergische Reaktion oder Reizung die Atemwege größtenteils blockiert hatten. Eine Blutentnahme des Gaumens (vorher wurde der Rachen etwas betäubt, der Spucktopf für das Blut sah so aus, als wäre er schon jahrzehntelang in Gebraucht), einer Spritze in den Popo und einer Infusion später bin ich dann wieder ab nach Hause. Am Tag drauf ging es mit Infusion 4 und einem Foto meines Rachens weiter: Dafür wurde dieses Mal die Nase mit nem Spray "betäubt" und eine Kamera in die Nase eingeführt.  Die Fotos habe ich hier, erspare ich aber lieber allen... Nach der 5. Infusion (heute) fühle ich mich fast wieder wie neu. Dieses Mal möchte ich kein Risiko mit dem Essen und dem Reden eingehen. Interessant finde ich, dass im Krankenhaus während der Behandlungen die Putzkolonne aktiv ist bzw. jemand mit dem Staubwedel an den Patienten vorbei wischt. Oder dass die Ärzte mal eben zum frühstücken verschwinden.

What else? Da es mir gestern wieder besser ging, habe ich mich mal anderen Sachen gewidmet. Mir ist also aufgefallen, dass meine Untermieterin in Frankfurt zwar eingezogen, aber weder Miete noch Kaution überwiesen hat. Wegen der Zeitverschiebung und der ganzen What-if-Szenarien (immerhin möchte ich Samstag nach Najnjing) ging heute fast leider mein ganzer Tag drauf... Details möchte ich hier ersparen, es war jedenfalls sehr zeitauwendig... Nur durch VPN ging es. What's App ist anscheinend viel zuverlässiger, als Mails schreiben... Es scheint sich alles zu klären. Danke für die Helfer/Kontaktpersonen in Deutschland.

Welche Kleinigkeiten gibt es sonst noch? Ich hätte von den Chinesen weniger Ellbogenmentalität und dafür mehr Respekt und Höflichkeit erwartet. Aber natürlich gibt es da auch Gegenbeispiele (siehe unser Engel Carina). An die Propagandavideos gewöhnt man sich. Dass die Chinesen langsam gehen und mir ständig vor die Füße laufen, daran kann ich mich noch nicht gewöhnen - warum laufen sie nicht einfach geradeaus?! Und hoffentlich ist der Nachbar in 3 Wochen mit dem Bohren in der Wand durch... Seit mindestens unserem Einzug ist der arme Kerl schon am Werk...

Die nächsten Eindrücke werden mit Sicherheit um einiges besser :-) Wenn ihr jetzt schon etwas schöneres lesen wollt, kann ich euch natürlich wieder Carla's Blog empfehlen (der Link siehe letzter Beitrag). Übrigens danke an meine Mitbewohner Carla und Alex für eure Unterstüzung ;-)

Bis dann! ;-)