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Letzter Abend des Trips

Nach den Missverständnis mit Zhengzhou waren heute und gestern die letzten beiden Tage des Trips. Morgen früh geht es um 3:40 nach zhengzhou Hauptbahnhof, dann zum Ostbahnhof und von dort aus gegen 7:50 weiter nach Guangzhou. Gegen 15-16 Uhr sollte ich an der Wohnung sein. Da ich morgen im Zug schlafen möchte und heute noch etwas Zeit übrig ist, möchte ich nach einem kurzen Feedback zu heute ein Fazit des Trips ziehen.

Heute bin ich wieder etwas rum gelaufen, insbesondere in Straßen außerhalb des Stadtgebiets. Die Häuser sind hier wirklich heruntergekommen, die Ständ ebenso, die Leute wirklich arm und die Preise für Essen und Trinken dementsprechend extrem niedrig... Autos gibt es wenige, und wenn dann sehr klapprige... Diese Teile der Stadt außerhalb des Zentrums sind für mich wesentlich charakteristischer für die aktuellen Herausforderungen Chinas. Die heutige Schere zwischen der breiten armen Bevölkerung und der schmalen sehr reichen Bevölkerung wird hier sehr deutlich und gehört ebenso zum Land wie seine Kultur und Vergangenheit.

Zurück zum Tag: heute war ich zudem im Luoyang Museum, welches die Bedeutung Luoyangs als Hauptstadt zahlreicher Dynastien hervorhebt - insbesondere, dass verschiedene Religionen nebeneinander leben konnten und sich gegenseitig (positiv) beeinflusst haben (man kann schließlich auch voneinander lernen...). Der botanische Garten war heute geschlossen und so lief ich einfach noch rum und aß verschiedenes...

Kurz zum Sonstigen: es gibt oft mehrere Spuren für Autos, eine Spur für Roller und natürlich den Fußgängerweg. Auf Ersterem sind dennoch manchmal alle drei Gruppen anzutreffen. Auf dem Rollerstreifen auch - nur fahren da auf beiden Seiten die Roller auch oft in beide Richtungen (Autos nur in eine Richtung). Gleiches gilt auch für den Fußgängerweg. Theorie wie es gehen sollte und Praxis wie es gemacht wird weichen wieder mal stark voneinander ab. Da es nur noch die geräuschlosen Elektroroller gibt, ist man gut beraten IMMER bei JEDER Spur in beide Richtungen zu gucken. Und gehupt wird entsprechend viel (vor allem auf dem Fußgängerweg). Achja und Zigaretten findet man hier sehr oft in der Toilette...

Nun das Fazit des Trips: Bei jedem Trip bleiben unterschiedliche Dinge hängen - über die negativen oder kritischen Dinge kann man später sehr schön erzählen und lachen (da alles nochmal gut ging) und die schönen Dinge kann man selten passend in Worte fassen, da helfen die Bilder eventuell weiter (dazu mehr in ein paar Tagen). Daher bin ich froh, von beidem ausreichend erlebt zu haben, wobei die positiven Eindrücke glücklicherweise deutlich überwiegen ;-) Am wichtigsten ist mir natürlich aufgrund der Vorgeschichte, dass ich die Ganze Zeit gesund geblieben bin. Das Wetter war vor allem gegen Ende hin richtig gut und mir wurde nichts geklaut, auch wenn ich ein paar Mal meinen Rucksack nicht einschließen konnte ;-) 

Es ist zwar zu simpel den Trip auf einzelne Highlights zu reduzieren. Wenn ich es jedoch tun müsste, würde ich die Zuordnung wie folgt vornehmen: In Nanjing beeindruckte mich insbesondere das Massaker-Museum und der See am Berg. In Hangzhou waren es die Tempel, die Landschaft und die Teefelder. In Shanghai die Hochhäuser. Die Gärten in Suzhou sind ebenfalls sehenswert und ich bedaure, dass ich nicht noch 1-2 Tage dran hängen zu konnte. Peking ist mir insbesondere mit der Verbotenen Stadt, den Hutongs, der Ausstellung zu Konfuzius und natürlich der Mauer in Erinnerung geblieben. Auch hier hätten es gerne 3-4 Tage mehr sein dürfen... In Xi'an waren es das muslimische Viertel mit dem Essen und der beeindruckend anspruchsvolle und schöne Songshan-Berg. In Luoyang und Umgebung mochte ich insbesondere die chinesischen Hostel-Bewohner und den Klippenweg des Huashan-Berges. In Zhengzhou beeindruckten die freistehenden Hochhauskomplexe. 

Fast noch interessanter als einzelne Sehenswürdigkeiten waren die Erfahrungen mit den Menschen selbst (wie in den anderen Beiträgen beschrieben). Die Menschen beim Essen und beim Sport, im Bus und im sonstigen Alltag zu beobachten ist für mich immer noch faszinierend! Entgegen meiner Erwartungen kommt man mit Englisch nicht sehr weit und so konnte ich leider oft nur sehr oberflächlich Kontakt zu den Menschen herstellen - das bedauere ich rückwirkend. Dennoch boten sich auch ohne Sprachkenntnisse ein paar Hand-Fuß-WeChat-"Gespräche". Alleine reisen kann zwar anstrengend sein, unterm Strich finde ich es aber dennoch entspannter, da man sich eher zu spontanen Aktionen oder Planänderungen verleiten lässt.

Vielleicht kommt es etwas nerdmäßig rüber, aber ich freue mich jetzt auf das neue Semester, die neuen Kurse, die neuen Kommilitonen und die Stadt Guangzhou (und Umland) - die gilt es schließlich auch noch zu besichtigen! Und wie es aktuell aussieht, bieten sich im Semester noch  ein paar Gelegenheiten für weitere Trips ;-)

Stichwort kulinarisches: bis zum letzten Tag war es ohne Probleme möglich, jeden Tag mehrere verschiedene neue Gerichte zu probieren. Einige Favoriten haben sich jedoch langsam heraus kristallisiert! Mal sehen, wie es in Guangzhou wird! Um den chinesischen KFC konnte ich mich noch drücken. Da er anders als der deutsche sein soll, muss ich ihn vermutlich auch mal probieren. Das bleibt mir bei BurgerKing & Co. aber erspart :-) 

PS: Die Blogeinträge werden ab jetzt seltener ;-)