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Dali

Es macht Spaß, den Blog zu schreiben. Es ist zwar etwas Arbeit (gleiches gilt es für das abendliche Bilder löschen), aber man kann auf diesen Weise den Tag nochmal reflektieren / Revue passieren lassen - quasi 2x den Tag erleben. Was ist heute passiert? 

Heute Morgen ging es sehr früh zum Bahnhof in Kunming. Gegen Vormittag war ich in Dali angekommen und musste noch eine gute Stunde mit dem Bus zu meiner Unterkunft fahren (da sie in der Altstadt liegt). Auf dem Weg dorthin ging es am Erhai See vorbei (kurze Korrektur zum letzten Beitrag: dort hatte ich gesagt, in Kunming sei der Erhaisee. In Kunming ist aber der Diansee). Von meinem Hostel aus sind es einige Kilometer zum See, deshalb habe ich das See-Sightseeing auf morgen vertagt und mir heute die Altstadt angesehen: eine wundervolle Altstadt mit einer Unmenge an Restaurants, Essensständen, Hostels, Hotels, Geschäften, Juweliere ... Perfekt eingerichtet für Touristen. Allerdings auch Baustellen an jeder Ecke. Die Dichte an Geschäften und Baustellen ist hier wirklich gigantisch... Trotzdem haben es die Städteplaner irgendwie hinbekommen, dass alles trotz der zahlreichen Menschen klein, kuschelig, authentisch und nicht überlaufen wirkt. In Kombination mit dem See und den angrenzenden Bergen (die bis zu über 2000m hoch sind) sind die Aussichten und Fotos heute ein Highlight geworden und für mich persönlich ist Dali jetzt schon eine der ansehnlichen und schönsten Städte Chinas (das Wetter war wieder genial und die Luftverschmutzung ist fast 0).

In der Altstadt habe ich mir zuerst die vier Tore angesehen (Nord, Ost, Süd, West) und bin zwischendurch an weiteren Torbögen, Gässchen und Tempeln vorbei gekommen. Sogar eine katholische Kirche habe ich gesehen! 

Das ist ein kleiner Teich/See am Rande der Altstadt. Ich würde vermuten, er wird als Löschteich genutzt. Im Hintergrund sieht man ein paar Berge. 

Natürlich durften die obligatorischen Snacks nicht fehlen: einige mir unbekannte Obstsorten und ein typisches Gericht aus Dali, dessen Namen ich nicht kenne (gleiches gilt für das Obst), habe ich probiert. War alles geschmacklich in Ordnung.

Danach ging es zu einer der Hauptattraktionen Dalis: den drei Pagoden und dem dazugehörigen riesigen Chongsheng Tempel. Bei Betreten der Tempelanlagen vergesse ich immer wieder, wie groß diese sind. Nach den ersten beiden Hallen dachte ich schon, ich wäre am Ende der Anlage. Tatsächlich wurden die Gebäude immer größer und pompöser und nach 7 oder 8 Hallen war ich erst bei der letzten angelangt. Den Hallen an der Seite konnte ich nicht die gebotene Aufmerksamkeit widmen bzw. dafür hatte die Kraft und Konzentration einfach nicht mehr gereicht. Im Hintergrund zu sehen sind die drei Pagoden und der See. 

Morgen geht's zuerst auf den Berg (allerdings aus Zeitgründen nur auf etwa 600 Meter, die gesamte Tour dauert vermutlich 6 Stunden). Danach geht's zum auschecken im Hostel, dann runter zum See und schließlich zum Bahnhof - um 19 Uhr geht der Zug nach Lijiang. 

Eine kurze Anmerkung an dieser Stelle:

Ich finde, es gibt Städte, die sind ideal für Sightseeing - Xi'an, Peking und Suzhou gehören dazu. Dann gibt es wiederum Städte, die nicht meinen Geschmack treffen (z.B. Nanjing und Shanghai). In die neutrale Kategorie fällt Guangzhou. Die letzte Kategorie jedoch ist meine Lieblingskategorie: Städte, in denen ich mir selbst nach kurzer Zeit schon vorstellen könnte, zu leben. Und zu dieser gehören für mich Kunming und Dali. Auch Oslo oder Frankfurt. Vermutlich liegt das an der Kombination aus See/Meer/Fluss, moderner Stadt, Altstadt, Berge/Hügel und Charakteristika wie Geselligkeit, großer Auswahl/Vielfalt und gleichzeitiger Anonymität. Frankfurt fühlt sich für mich daher ebenfalls als Stadt (zum Leben) richtig an. Deshalb genieße ich zum einen die Zeit hier und bin dankbar für jede Minute. Zum anderen dreue ich mich aber auch auf Frankfurt, wenn auch aus verschiedenen Gründen.

Hoffentlich werden die Berge und der See morgen ein Highlight. Morgens früh bei Verlassen des Hostels sollen es noch 0 Grad sein...