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Changsha - Teil 2 & Abschluss des Wochentrips

Nun... Gestern Abend hatte sich mein "Einzelzimmer" in ein geteiltes Zimmer verwandelt: Zwei Deutsche, die gerade ihr Auslandssemester in Peking absolviert hatten, waren auf der Durchreise nach Zhangjiajie. Was ein Zufall, da kam ich gerade her und hatte zufällig noch zwei Landkarten des Geländes. Darüber schienen sie sich zu freuen, genauso wie über das Wetter in Changsha und in Zhangjiajie. Sie berichteten von den letzten Monaten in Peking und vom Smog: der Schadstoffindex geht von 0 (sehr gut) bis 500 (sehr schlecht). Im Guangzhou liegt er meist um die 50 (er kann auch mal bei 10 oder 80 liegen). Unter 50 gilt die Luft als sehr gut, unter 100 als gut und über 100 wird es leicht gesundheitsschädlich. Zwischen 80-120 war auch der Index in Changsha und den Smog konnte man insbesondere auf größere Distanzen schon deutlich sehen. Umso erstaunlicher, dass beide sagten, dieses Jahr sei die Luft in Peking besonders erträglich gewesen. Die Grenze von 300 (an dem Tag sollte man nicht das Haus verlassen; es kratzt wohl auch ziemlich im Hals) wurde diesen Winter bisher nur eine handvoll Mal überschritten. Wie eine Belastung von 300 aussehen muss mag ich mir beim besten Willen nicht vorstellen... 

Beide wollten nach ein paar Abstecher auch noch nach Tibet. Dafür muss man einer Reisegruppe angeschlossen sein, sonst ist der Zugang für Nicht-Chinesen untersagt. Beide zahlen für 7 Tage etwa 800€. Inbegriffen sind auch die Busfahrten ab Lhasa. Gewandert wird maximal ein Mal (je nach Müdigkeit der Gruppe; ab der letzten Busstation bis zum Everest Basecamp). Lhasa ist sicher schön, andere Regionen haben aber sicher auch ähnlich schöne Reize, sind günstiger und man ist freier in der Tagesgestaltung. Ich werde mein Glück vor der Abreise nach Deutschland in der Yunnan Provinz (im Südwesten Chinas) versuchen. Da gibt es auch Berge über 5000 Meter und die Städte sind auch sehr schön gelegen. Lijiang, zum Beispiel, liegt im Nordosten der Provinz an der Grenze zur Sichuan Provinz und zwischen dem Qinghai-Tibet und dem Yunnan-Guizhou Plateau. 

Ansonten... Achja der Tag heute. Etwas später als geplant aber dennoch rechtzeitig ging es heute Morgen Richtung Yuelu Mountain. Der ist nur 300 Meter hoch, daher schien es mir nicht allzu zeitaufwendig. Vorher wollte ich dennoch eine Kleinigkeit essen. 

 

Das war also mein Frühstück. Viel Knoblauch, aber dennoch sehr köstlich. Mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, in Deutschland wieder kalt (geschweige denn Müsli) zu frühstücken. "Du wirst das Essen irgendwann nicht mehr sehen können" haben sie gesagt. Der Gedanke an das alte Frühstück machte mich tatsächlich kurz nachdenklich. Dann kam mir aber, dass es dazu ja nicht kommen muss ;-) 

Jeden Tag ein neues Gericht war meine Zielsetzung für China. Tatsächlich waren es, und das ist keinesfalls untertrieben, im Durchschnitt eher 2+ neue Gerichte pro Tag. Alleine in Changsha waren es an 2 Tagen 12 oder 13 neue Gerichte. In Zhangjiajie allerdings nur eine neue Sache pro Tag. 

Zurück zum Tagesablauf. Irgendwann hatte ich es also zum Yuelu Mountain geschafft: eine AAAAA Attraktion. Wieso 5 A's? Ist mir auch ein Rätsel.... Anschließend ging ich am Fuß des Berges zur Yuelu-Akademie. Diese war definitv schöner anzusehen. Ohne die chinesischen Schriftzeichen zu beherrschen, ist der Rundgang allerdings meist relativ schnell zu Ende. Die genaue Bedeutung einiger Tafeln lässt sich schwer nur aus dem Kontext erschließen und für einen Audioguide war ich zu... Zu sehr mit Gucken beschäftigt.

Auf dem Rückweg der Akademie lief ich durch ein paar Gässchen durch. Sicher keine Straßen, auf denen sich normalerweise massenhaft Touristen tummeln, aber interessant anzusehen. Da wird einem wieder klar, dass der Schein über den Wohlstand Chinas doch sehr trügt und die Mehrzahl noch in Armut lebt. In den gleichen Gassen fiel mir insbesondere eine Straße auf, in der ein Haustiergeschäfte (meist Verkauf von Hunden) an das nächste gereiht war. In der gleichen Straße gab es ansonten fast nur noch Restaurants mit fragwürdigen Gerichten und mangelnder Hygiene. Hoffentlich nur ein Zufall.

Zurück in der Nähe meiner Unterkunft gab es noch einen Happen zu essen (unterwegs hatte ich der Hygiene nicht getraut). Direkt am Restaurant war ein Polizist den ganzen Tag scheinbar nur damit beschäftigt Rollerfahrer auf dem Gehweg zu ermahnen. Sie dürften da nicht fahren. Hat eigentlich keinen interessiert. Achselzuckend sind sie dann vom Bordstein runter und auf der Straße gefahren - natürlich gegen die Fahrtrichtung (es gab dieses Mal keinen separaten Streifen für Fahrrad- und Rollerfahrer).

Jetzt sitze ich im Zug zurück nach Guangzhou. Morgen ist die letzte Vorlesung des Semesters und ich hoffe, das wird ordentlich zelebriert (2 Prüfungen stehen dann nur noch aus). 

Was gibt es sonst noch? Obwohl ich es in den vorherigen Blogeinträgen schonmal erwähnt hatte, möchte ich es nochmals betonen: für uns ist es in Deutschland vielleicht unvorstellbar und unverständlich, in China aber (noch) ganz normal, wenn überall geraucht wird, Leute auch mal rückwärts laufen (um die Beine zu entlasten), den Rucksack auf dem Bauch tragen, bei Sonne mit Regenschirm rum laufen und überall lautstark hinrotzen. Weiterhin gewöhnungsbedürftig ist, dass in den günstigen (ich betone: NUR in den günstigen und heruntergekommenen) Zügen 10 Minuten vor Ausstieg die Klotüren abgeschlossen werden (bis 5 Min. nach Abfahrt) und vor Ankunft der Rauch im Zug zunimmt (viele haben es eilig und an manchen Stellen im Bahnhof darf nicht geraucht werden, deshalb wird das schnell noch im Zug erledigt). Anyway, ich freue mich auf die letzte volle Woche in Guangzhou mit meinen Mitbewohnern. An dieser Stelle kann ich auch nochmal Carla's blog empfehlencarlainchina.auslandsblog.de empfehlen. Sie ist definitiv auch besser im Schreiben ;-) viel Spaß beim lesen und vermutlich bis in einer Woche!